4MS-Initiative – Ein gemeinsamer Ansatz für eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung in Europa

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Begriffserklärungen

Die 4MS-Initiative ist ein gemeinsamer Ansatz zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung in Europa, der auf die Herausforderungen des Klimawandels, der Urbanisierung und der veralteten Infrastruktur reagiert. Sie zielt darauf ab, einheitliche Vorschriften und Qualitätsstandards auf europäischer Ebene zu etablieren, um die Wasserqualität zu verbessern und Transparenz zwischen Wasserversorgern und Verbrauchern zu fördern. Durch den Austausch von Best Practices und die Implementierung nachhaltiger Technologien unterstützt die Initiative eine sichere und umweltfreundliche Wasserversorgung für alle europäischen Bürger.

Die Initiative steht im Einklang mit der EU-Trinkwasserrichtlinie (2020/2184) und bereitet deren Umsetzung vor.

Die 4MS-Initiative – Ein Überblick

Die 4MS-Initiative wurde 2011 von vier europäischen Ländern ins Leben gerufen: Deutschland, Vereinigtes Königreich, Niederlande und Frankreich. Diese Länder sind für ihre jeweiligen Zertifizierungssysteme im Bereich der Trinkwasserhygiene bekannt: DVGW (Deutschland), WRAS (Vereinigtes Königreich), KIWA (Niederlande) und ACS + CSTB (Frankreich). 2018 hat sich auch Dänemark dieser Initiative angeschlossen.

Die Initiative fokussiert sich darauf, die unterschiedlichen nationalen Zertifizierungen durch ein harmonisiertes europäisches System zu ersetzen, um die Sicherheits- und Qualitätsstandards von Materialien im Kontakt mit Trinkwasser zu vereinheitlichen und zu verbessern. Ziel ist es, durch die 4MS-Initiative die verschiedenen Prüf- und Zulassungsverfahren zu harmonisieren und somit Handelshindernisse innerhalb Europas abzubauen.

Es ist wichtig, zu beachten, dass die 4MS-Initiative auf freiwilliger Basis einiger europäischer Länder beruht und keine Verpflichtung auf europäischer Ebene darstellt. Wie lange es dauert, bis die Anforderungen der Initiatorländer innerhalb der eigenen Richtlinien umgesetzt werden und ob andere Länder sich ebenfalls anschließen ist noch offen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die 4MS-Initiative kann als Nachfolger des EAS (European Acceptance Scheme) betrachtet werden, welches 1998 konzeptioniert und entwickelt wurde, allerdings 2006 von der europäischen Union nicht länger unterstützt wurde. Die 4 Initiatorländer Deutschland, Frankreich, Niederlande und das Veereinigte Königreich haben daraufhin (im Jahr 2007) eine eigene Initiative gestartet (4MS). Alle vier Länder befürworten weiterhin eine europäische Regelung und beteiligen sich seitdem aktiv an deren Verwirklichung.

Die 4MS-Initiative verfolgt mehrere zentrale Zielsetzungen. Sie beabsichtigt nicht nur, die regulatorischen Rahmenbedingungen zu vereinheitlichen, sondern auch die Transparenz in der Wasserversorgung zu erhöhen. Dies geschieht durch die Entwicklung und Implementierung von Richtlinien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Ein weiterer Aspekt ist die Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit Wasserressourcen, um sowohl ökonomische als auch ökologische Ziele zu erreichen. Die Initiative unterstützt zudem den Austausch von Best Practices zwischen den Mitgliedstaaten, was zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Wasserqualität führen soll.

Bisher müssen alle Produkte, welche für die Trinkwasserversorgung oder in Kontakt mit Trinkwasser gelangen auf Länderebene zertifziert werden, wodurch Produkte, welche innnerhalb der EU gehandelt werden für jedes Land die Zertifizierung neu durchlaufen muss, um für den Einsatz in der Trinkwasseversorgung zugelassen zu werden. Durch die 4MS-Initiative soll die Notwendigkeit der Zertifizierung von Produkten in jedem Land vereinheitlicht werden, indem eine Zertifizierung auch in den jeweils anderen Ländern anerkannt wird. Hierzu werden die Prüfverfahren und Regelwerke angeglichen und einheitlich standardisiert.

Eine einheitliche Zertifizierung auf EU-Ebene würde den Im- und Export erleichtern und die Kosten für die Zertifizierung erheblich reduzieren. Über die Hälfte aller Produkte sind heute in zwei oder mehr EU-Ländern zertifiziert, was erheblichen bürokratischen Aufwand und Kosten für die Hersteller mit sich bringt.